Bilder aus der Ausstellung

Shakespeare,
Sommernachtstraum, 1988
links: Martin Hagen, Meike Prahm, Daniel Krumbein, Sebastian Schipper

W. Russell,
Blood Brothers, 2000
Thilo Scholz

Spoerl,
Feuerzangenbowle, 2002
E. Brüchert

Spoerl,
Feuerzangenbowle, 2002
Nico Gottschling, Rasmus Kahlen

Spoerl,
Feuerzangenbowle, 2002
Jan Herrmann, H.J. Schöbel
Vom 26. Mai bis zum 28. Juli 2002 findet im
Oldenburger Schloss eine Ausstellung zur
Theaterfotografie statt. Gezeigt werden Arbeiten
des Hamburger Fotografen Fritz Peyer (1919 - 2001)
und des Oldenburger Pressefotografen Peter Kreier.
In einer museumspädagogischen Begleitausstellung
werden Theaterfotografien aus drei Oldenburger
Schulen gezeigt. Das Gymnasium Eversten ist dabei.
Am Gymnasium Eversten hat das Schultheater einen
hohen Stellenwert. Zwei ständige
Arbeitsgemeinschaften der beiden Sekundarstufen
sorgen für erfolgreiche Aufführungen und halten so
eine lange Tradition aufrecht. Viele Schülerinnen
und Schüler erfahren, dass aus der anspruchsvollen
Aufgabe und umfangreichen Verpflichtung Freude und
Genuss wird und der eigene Einsatz schulische
Erlebnisse sichert, die weit über die Schulzeit
hinaus einen starken Erinnerungswert behalten.
Die Aufführungen wurden fotografisch begleitet. In
der Ausstellung wird eine Auswahl von Fotografien
von Jörg Schelle gezeigt, die Einblick in die Welt
des Schultheaters geben und die Vielschichtigkeit
von Schauspielkunst, Bühnenbild, Maske und Licht
widerspiegeln. Die gezeigten Fotografien zu
Shakespeares "Sommernachtstraum" (1988), Neil
Simons "California Suite" (1996) und Willy
Russells Musical "Blood Brothers" (2001) sind
während der Aufführungen, die jede Art von Störung
und somit den Einsatz eines Blitzlichts und das
mechanische Schnappen des Auslösers verbieten,
entstanden.
Angeregt durch das museumspädagogische Vorhaben,
wollten im Frühjahr die Schülerinnen Katharina
Kramp, Henrike Haueisen und Caroline Frölich, alle
besuchen die Klasse 9c des Gymnasiums Eversten,
tiefere Einblicke in das Gebiet der
Theaterfotografie bekommen. Angeleitet durch
Sandra Feldbinder, bekamen sie Einsichten in
technische Grundlagen, in die bildsprachlichen
Besonderheiten des Mediums Fotografie und sie
setzten sich mit ästhetischen Möglichkeiten und
Anforderungen auseinander. Die vermittelten
Kenntnisse wurden unmittelbar in die Praxis
umgesetzt. Die Schülerinnen verfolgten die Proben
der Oberstufen-Arbeitsgemeinschaft für die
Aufführung von Alexander Spoerls
"Feuerzangenbowle" - sie schnupperten die
Atmosphäre, litten mit und freuten sich mit, sie
fühlten sich ein und blieben dabei doch als
Fotografinnen analytisch. Sie machten die
Erfahrungen einer strapaziösen Arbeit im
Fotolabor, in dem äußerste Disziplin im Umgang mit
den Chemikalien, den Werkzeugen und dem Licht
erforderlich ist und den Augen und Nasen einiges
abverlangt wird. Hier haben sie auch die
unvergleichliche Faszination erlebt, die sich
einstellt, wenn das Bild, das der Wirklichkeit
entnommen ist und diese doch nicht einfach nur
sachlich protokolliert, sondern ausgewählt,
durchdacht, gestaltet und optimiert ist, sich vor
den Augen materialisiert. Was da aus der
Flüssigkeit auftaucht, ist das Produkt einer
verstandenen und beherrschten Technik und nicht
zuletzt Ergebnis der eigenen reflektierten
Auseinandersetzung mit dem Medium, der kreativen
Gestaltungsfähigkeit und der Ganzheit aus
Einfühlung und analytischer Herangehensweise.
Auch diese Arbeit führte von der Anstrengung zur
genussvollen Freude - sie hat sich ganz
offensichtlich gelohnt.
Ralf Lau
Verantwortlich: Lars | Stand:
05.10.2007