"Gymnasium Eversten II" in Nepal eingeweiht
Herbstferien 1999 - am Montag, dem 18.10.99 machen sich 28
Lehrerinnen, Lehrer, eine Schülerin, Eltern und Freunde des Gymnasiums Eversten auf eine
lange Reise. Ziel ist Kathmandu, die Hauptstadt Nepals, die nach einem langen Flug über
München und Dohar erreicht wird. Mit großzügiger Unterstützung von Lufthansa und
Quatar - Airways sind ca. 230 kg Antibiotika, eine Spende der Firma Bayer -
Leverkusen, Kleidung und Geschenke an Bord. Besonders die Arznei wird dringend in
Krankenhäusern in Kathmandu benötigt. Seit über drei Jahren unterstützt das GEO die
Shanti-Sewa-Station in Kathmandu. Die besondere Zuwendung gilt dem Kindergarten und der
Schule. Zweimal im Jahr veranstaltet das GEO Stadtteilfeste und Basare, auf denen für die
Projekte in Nepal gesammelt wird. Bis heute sind durch Spenden und den Verkauf der in
Nepal hergestellten Waren ungefähr DM 70.000 zusammengekommen. Eine stolze Summe, die
vielen Menschen, vor allem Kindern in der Station Hilfe gebracht hat. Viele
Geschäftsleute in Oldenburg, Eltern, Lehrer und Schüler waren an den Spenden beteiligt,
besondere Unterstützung kommt von der Volksbank Oldenburg. Sie spendete insgesamt DM
10.000.-. Damit kann im Augenblick die schlimmste Not gelindert werden, vor allem kann die
Krankenstation eine Solaranlage für Warmwasser erhalten.
Am ersten Tag unmittelbar nach der Ankunft in Kathmandu besuchen wir
die Shantistation mit dem kleinen Krankenhaus, dem Kindergarten und den Handwerkerräumen.
Wir treffen auf Krishna, der durch die Lepra Zehen und Finger verloren hat. Mit großem
Geschick bedruckt er Papier mit Weihnachtsmotiven, das wir dann hier wieder für die
Station verkaufen. Wir sehen einen freundlichen alten Mann, auch er hatte Lepra, ist aber
inzwischen geheilt. Fast 16 Jahre hatten Dorfbewohner ihn in eine Höhle eingesperrt aus
Angst, er könnte sie anstecken. Sie brachten ihm das Essen an den Eingang der Höhle.
Jetzt lebt er in der Station. Mit einem fröhlichen "Namaste" begrüßt er uns.
Viele Kinder umringen uns, sie wissen von unserer Reise zu ihnen, sie freuen sich und
begrüßen uns. Ihre Eltern hatten Lepra und wurden wie alle anderen Familienangehörigen
aus den Dörfern ausgestoßen. Hier in der Station haben sie eine Heimat gefunden.
In den nächsten Tagen lernen wir das Land und die Menschen auf
einer Rundreise kennen. Jeder Tag bringt unglaubliche Erlebnisse. Im Nationalheiligtum
Pashupatinath erleben wir Nepal in seinen Gegensätzen Leichenverbrennung im Fluss,
heilige Sadus in ihrer malerischen Aufmachung, Pilger, Bettler, Händler alles auf
engstem Raum. Wir besichtigen Kathmandu und die Königsstadt Baktapur mit den gewaltigen
Pagoden, den Basaren, wir sehen auch die lebende Göttin "Kumari". Mit dem
Flugzeug geht es nach Pokkara, ein Défilée längs der höchsten Berge der Welt. Von hier
aus unternehmen wir einen Treck in die Vorberge der Annapurna. Der Anblick der Sieben- und
Achttausender ist überwältigend. Aber auch die Natur überrascht uns. Wir sehen
Rhododendrenbäume, die so groß wie Eichen sind.
Eine völlig andere Landschaft lernen wir im Süden im Chitwan-Nationalpark kennen.
Auf den Rücken von Elefanten ziehen wir durch den Dschungel,
um Nashörner zu sehen. Die schienen sich aber versteckt zu haben, nur wenige können wir
entdecken. Am Ende der Reise besuchen wir in Buddhanilkanta bei Kathmandu das Shantidorf.
Wir haben alle 350 Bewohner zu einem Essen eingeladen. Wir sitzen zusammen, besichtigen
die Schule, die wir über die Jahre aufgebaut haben. Wir bringen ein kleines Schild
"GEO II" an, das uns zur weiteren Hilfe für unsere Freunde verpflichten soll.
Eine Spende von DM 700.- von der Theater AG des GEO wird überreicht.Mit diesem Geld
können die beiden Lehrer der Schule mindestens 2 Jahre bezahlt werden.
Die Menschen um uns sind fröhlich, die Frauen und Mädchen tragen
die nepalesische Tracht. Bei uns kann aber richtige Freude nicht so recht aufkommen. Wir
sehen die Not um uns. Die Leiterin der Station, Frau Grosspietsch, sagt uns, dass sie oft
nicht weiß, wie sie die Menschen satt bekommen soll.
Nach 2 Wochen kommt der Abschied von Nepal, von einem Land mit einer
faszinierenden Natur, mit unglaublich lieben, freundlichen Menschen, die zum größten
Teil in bitterer Armut leben. Wir nehmen uns vor, ihnen weiterhin Freunde zu sein, auf die
sie sich verlassen können.
Verantwortlich: Herr Schelle | Stand:
05.10.2007