Spenden lassen Kranke hoffen
Einnahmen fließen in Solaranlage
Schüler stellen sich in den Dienst der Leprahilfe - Gymnasium Eversten veranstaltet Nepaltag
EVERSTEN - Ein buntes Treiben empfing die Besucher im Foyer des Gymnasiums Eversten Oldenburg (GEO). Schüler warben an zahlreichen Ständen für ihren selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, Bücher, frische Waffeln, Punsch und viele weitere Köstlichkeiten. Kinder und Eltern strömten in die Aktionsräume wie Casino oder Musikcafe.
Mitten im Geschehen ein Stand mit Patchworkdecken, Schmuck und Weihnachtsdekoration. Diese Produkte wurden von Lepra-Kranken aus Nepal handgefertigt„wie Herbert Grosspietsch erzählt. Er leitet mit seiner Frau die Shanti Leprahilfe Dortmund e.V, für deren Unterstützung jedes Jahr am GEO der Nepaltag veranstaltet wird. Die Einnahmen dieses Jahres fließen in eine neue Solaranlage der Leprahilfe.
Das Engagement der Schüler ist überwältigend. So opferten zum Beispiel Mitglieder des Qrganisationsteams seit Juni regelmäßig für den Erfolg der Veranstaltung ihre Freizeit. Jannik Wiggers, Mitglied der Schülervertretung: „Erst gibt es bei den Schülern natürlich immer ein bisschen Protest, aber dann macht es allen Spaß. Und Sie sehen ja, überall sieht man lachende Gesichter." Isolde Weiland, Lehrerin am GEO, erklärte sich den hohen Einsatz der Schüler so: „Die Schule ist ge-prägt von dieser Veranstaltung. Sie findet schon seit Jahren statt und das Thema geht den Schülern auch durch die Vorträge von Herrn Schelle, der das hier ins Leben gerufen hat, immer wieder nahe."
NWZ-Artikel vom 30.11.2004 von ANNIKA RICHTER
Leprahilfe Arzt berichtet über Nepal-Projekt und dankt Everster Gymnasiasten
Eine Schule und mehrere Häuser gibt es schon. Eine neue Klinik soll noch dazukommen.
OLDENBURG - Lepra ist heilbar. Trotzdem können die behandelten Patienten nicht wieder in ihre nepalesischen Heimatdörfer zurück. Denn die oft entstellten und behinderten Menschen gelten als Aussätzige und werden verstoßen. Deshalb hat sich der Verein „Shanti" nicht nur die Behandlung von Leprakranken zur Aufgabe gemacht, sondern auch die Versorgung der Patienten nach der Krankheit.
„Diese Menschen arbeiten in unseren Werkstätten und auf den Gemüsefeldern", erklärt Krishna Gurung. Der Physiotherapeut aus Nepal war gestern im Gymnasium Eversten zu Gast um der Schülervertretung zu danken. Danken dafür, dass die Schule schon seit sieben Sahren das Gesundheitszentrum in der Nähe von Katmandu unterstützt. Danken dafür, dass die Schüler Spenden sammeln, Waren verkaufen, Sponsorenläufe organisieren, sprich alles tun, um „Shanti" zu helfen.
Mit Hilfe der Gymnasiums Eversten konnte nicht nur das Gesundheitszentrum in der Nähe von Katmandu erweitert werden, es gibt jetzt sogar eine Schule. „Die geheilten Leprapatienten bekommen oft Kinder, für die brauchen wir einen Kindergarten und eine Schule", erklärt Gurung. Leider gibt es aber auch kranke Kinder, für die „Shanti" sorgen muss. „Kinder mit schwersten Behinderungen werden dort einfach vor die Tür gelegt, weil die Eltern sie nicht versorgen können", erklärt Herbert Grosspietsch vom deutschen Verein „Shanti" mit Sitz in Dortmund.
Die kranken wie gesunden Kinder werden versorgt und betreut, während die Eltern behandelt werden oder arbeiten. „Wir konnten im vergangenen Jahr sechs Monate lang alle von dem selbst angebauten Gemüse versorgen", freut sich Grosspietsch. „Das spart natürlich Geld für andere Projekte."
So wurde gerade ein neues Gelände angekauft, auf dem ein Klinikgebäude entstehen soll. Auch die Menschen in dem benachbarten Slum werden davon profitieren, hofft Krishna Gurung. Er zeigte mit eindrucksvollen Bildern den Unterschied zwischen den starren Blicken der Kinder in dem Slum und den lachenden, zufriedenen Gesichtern auf dem „Shanti"-Gelände. „Mit der Hilfe aus Oldenburg gelingt es uns, jeden, der zu uns kommt, medizinisch zu versorgen", dankt der Mediziner den Helfern.
NWZ-Artikel vom 24.4.2004 von JUTTA NEUHAUS
Verantwortlich: Lars | Stand:
05.10.2007