Dank der Förderung durch die Bingo-Lottostiftung standen bald die nötigen finanziellen Mittel bereit
Das Moor im GEO
Unsere Arbeiten begannen nach einer detaillierten Planung mit dem Ausschachten des Beetes im Herbst 2001. Inspiriert hatte uns die neue Mooranlage im Botanischen Garten und daher stammt auch das Know-how.
Warum wir so genau planen mussten?
Warum wir schließlich mehr als 60 Eimer vergruben? Wir wollten aus den Fehlern anderer lernen
„Vor zwanzig Jahren dachte ich, es genüge,
eine Grube auszuheben, sie mit einer Folie
abzudichten, Torf bis zum oberen Rand
aufzufüllen, Moorpflanzen einzubringen und
fertig sei das Moor. Was für ein Irrtum! Die
Bescherung ließ nicht lange auf sich
warten.Die ersten Probleme tauchten gegen Ende
Mai auf, als das Moor auszutrocknen begann. Um
die Pflanzen zu retten, mussten sie alle zwei
Tage reichlich mit Leitungswasser versorgt
werden. Ein anderes Wasser stand zu dieser
Zeit nicht zur Verfügung. Aber damit kamen die
Probleme. Wenige Monate reichten aus, um eine
deutliche Veränderung am Substrat und den
Pflanzen zu erkennen. Immer mehr überzog sich
der Torf mit einer weißen Kruste ... Die
Pflanzen wollten nicht mehr so richtig
gedeihen ... Zuerst verschwand das
Sphagnum-Moos...“ (s.u. S.15)
Es galt also, ausreichend Wasser anzubieten, aber eine Versalzung zu vermeiden. Moore leben vom Wasser - sie gleichen einem riesigen Schwamm und bestehen bis zu 90% aus Regenwasser. In der Natur finden sich offene Wasserspeicher in Form der Kolke oder als verdeckte Wasserstellen, die von einem Schwingrasen überwachsen sind. Diese Verhältnisse mussten nachgeahmt werden:
Die genaue Tiefe des Moorbeetes konnten wir erst bestimmen, nachdem wir die Höhe unserer verdeckten Wasserspeicher kannten.
Wir verwendeten Eimer, die überwiegend aus der Küche des Pius-Hospitals stammen.
Die Eimer stehen verkehrt herum auf der Teichfolie, mit der das Beet ausgelegt werden musste. Löcher im Boden ermöglichen die Entlüftung, wenn sich die Eimer bei Regen mit Wasser füllen. Über den Torf zwischen den Eimern wird das Wasser heraufgesogen und versorgt das gesamte Beet.
Als Substrat verwendeten wir Weißtorf, den wir mit Elternhilfe direkt aus dem Torfwerk holten.
Ein Drainagerohr ermöglicht es, das Moor nach langen Trockenperioden schonend von unten zu bewässern.
Wichtig war, diesen gut zu verdichten, um die Saugwirkung zu gewährleisten.
Insgesamt hat sich das System bewährt: Auch nach längerer Trockenheit ist unser Moor gut durchnässt.
Ziel war es, das Moor im Rohbau bis zum Beginn des Winters fertigzustellen, damit es während der feuchten Jahreszeit vernässen konnte.
Harte Arbeit bei sinkenden Temperaturen - aber auch viel, viel Spaß!
Frühjahr und Sommer nutzten wir, um das Beet standortgerecht zu bepflanzen und es in die Bepflanzung der Geoase einzubinden. Wir gestalteten dazu drei kleine Wasserflächen als Moorkolke.
Die Beschaffung der Pflanzen erwies sich als langwierig und zum Teil schwierig. Da Hochmoorflächen bedrohte Biotope sind, waren Bestimmungen zum Artenschutz zu beachten . Natürlich haben wir keine Pflanzen aus der Natur entnommen.
Die bisherige Artenliste des Hochmoorbereichs unseres Moorbeetes (der angrenzende Teich weist eine Vielzahl weiterer z.T. seltener Arten auf, die eher dem Niedermoor zuzuordnen sind):
- Calla palustris (Sumpfcalla)
- Calluna vulgaris (Besenheide)
- Drosera angustifolium (Schmalblättriger Sonnentau)
- Drosera rotundifolia (Rundblättriger Sonnentau)
- Dryopteris cristata (Moorfarn)
- Eriophorum angustifolium (Schmalblättriges Wollgras)
- Gaultheria procumbens (Scheinbeere)
- Hypericum helodes (Sumpf-Johanniskraut)
- Iris sibirica (Iris)
- Menyanthes trifoliata (Fieberklee)
- Molinia caerulea (Pfeifengras)
- Myosotis palustris (Sumpf- Vergissmeinnicht)
- Sphagnum spec. (Torfmoos)
- Vaccinium oxycoccus (Moosbeere)
- Vaccinium vitis-idaea (Preiselbeere)
Für alle, die Lust bekommen haben, es uns nachzutun, empfehlen wir ein Buch, das hierzu keine Fragen offen lässt:
Erich Maier: Das Moor im eigenen Garten
Moorgärten anlegen, gestalten und pflegen
Parey, Berlin 2000
Verantwortlich: Bärbel Kip | Stand:
05.10.2007