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Erinnerungsgang 10. November 2007
Der Weg durch die Stadt
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Erinnerungsgang“ zeichnet in diesem Jahr das Gymnasium Eversten für die Ausrichtung des Erinnerungsganges verantwortlich.
In den folgenden Wochen werden wir nach und nach den Gang selber aber auch Materialien zur Ausstellung sowie Ergänzungstexte einstellen, die z.T. auch herunter geladen werden können.
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Erinnerungsgang Gegenwart
Erinnerungsgang
Er beginnt am
Samstag, dem 10. November 2007, um 15.00 Uhr.
Der Sammelpunkt ist der Innenhof der Landesbibliothek am Pferdemarkt.
Unser schweigender Gang, an dem in diesem Jahr wegen des Sabbats die jüdische Gemeinde nicht teilnehmen kann, soll die Geschehnisse des 9. und 10. Novembers 1938 in Oldenburg ins Gedächtnis rufen. Gleichzeitig soll er an die Verbrechen während der Nazizeit erinnern, er soll ein deutliches Zeichen setzen für die Menschenrechte, die Menschenwürde und den Frieden, und er soll ein Zeichen sein gegen Krieg und Gewalt, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rassismus und Antisemitismus heute.
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2007 ...
Was weißt du über die Geschehnisse am 9./10. November 1938 in Oldenburg?
»Ich weiß zwar, dass an diesem Tag in Deutschland die Reichspogromnacht stattgefunden hat, aber zu den Geschehnissen in Oldenburg kann ich nichts sagen.«
Schülerin, 17 Jahre
»Viele Juden wurden festgenommen und mussten durch ganz Oldenburg bis zum Gefängnis laufen, von wo sie später abtransportiert wurden.«
Schüler, 18 Jahre
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8.-16.11.2007
Foyer der Landesbibliothek, Ausstellung zu den Ereignissen des November 1938 in Oldenburg, zusammengestellt von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Eversten
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 8.11., 17.00 Uhr |
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»Ich kenne kein besonderes Ereignis, was am 9./'10. November 1938 stattgefunden hat.«
Schülerin, 17 Jahre |
10.11.2007, 14.15 Uhr,
Garnisonskirche, Peterstraße
Einstimmung auf den Erinnerungsgang |
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»Ich glaube, da waren die Bombenanschläge in Oldenburg im Zuge des Krieges.«
Schülerin, 19 Jahre |
11.11.2007, 17.00 Uhr,
St. Stephanus, Windthorststraße
»Ich reiche mir deine Hand«
Wege des Erinnerns, Dialog mit Musik |
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»Ich weiß leider nichts.« Schüler, 17 Jahre |
Arbeitskreis Erinnerungsgang 9./10. November 1938 in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg. Ausstellung, Gang und Flyer von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Eversten inhaltlich gestaltet.
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»Ich weiß zwar, dass in dieser Nacht die Oldenburger Synagoge verbrannt wurde, aber mehr kann ich zu den Geschehnissen nicht sagen.«
Schüler, 18 Jahre |
Erinnerungsgang Vergangenheit
Am 9. November 1938 brannten überall in Deutschland die Synagogen. Auch die Oldenburger Synagoge wurde nicht verschont. Gleichzeitig wurden in unserer Stadt alle jüdischen Männer festgenommen. Am Morgen des 10. November mussten sie von der Polizeikaserne aus quer durch die Innenstadt zum Landgerichtsgefängnis gehen, bevor sie am folgenden Tag in das Konzentrationslager Sachsenhausen transportiert wurden.
Fast alle der in Sachsenhausen inhaftierten Oldenburger Juden wurden später unter der Bedingung freigelassen, dass sie sofort Deutschland verließen.
Begleitend zum traditionellen Erinnerungsgang haben wir Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Eversten eine Ausstellung mit unterschiedlichen Schwerpunkten erarbeitet (Foyer der Landesbibliothek).
So wird das Geschehen vom 9./10. November 1938 aus der Sicht zweier Betroffener, Karl Polak und Heinrich Hirschberg, dokumentiert. Ein zweiter Teil zeigt, wie die Brutalität der NS-Diktatur das Leben jüdischer Kinder und Jugendlicher in Oldenburg fundamental veränderte. Mit künstlerischen Mitteln wird eine Brücke zur Gegenwart geschlagen. Gestaltete Objekte und Textmaterial spiegeln Aspekte der Realität bedrängten Lebens.

1938 ...
In meine Wohnung[Staugraben 12] kamen die SA-Leute (...) gegen 7.30 Uhr morgens. Es kamen zwei SA-Leute in die Wohnung und riefen schon auf der Treppe laut: Polizei!!! Polizei!!! Als unser Dienstmädchen, Fräulein Rosa Charytan, das hörte, kam sie ganz bestürzt in die Küche, wo ich mich aufhielt und wiederholte: Polizei!!! Polizei!!!
Da ich ein reines Gewissen hatte, aber trotzdem jeden Tag damit rechnete, dass auf Grund des Attentats von Paris auf den Gesandtschaftsgehilfen vom Rath durch Mordko Grynspan etwas passieren würde, ging ich den SA-Leuten gefaßt entgegen. Einer der beiden Männer sagte in ganz ruhigem Ton: »Sind Sie Herr Hirschberg?«
Ich bejahte das.
Darauf erklärte er: »Sie sind verhaftet. Machen Sie sich sofort fertig; auch ihre Frau und Kinder müssen mit.« Darauf sagte ich: »Das muß ein Irrtum sein! Ich weiß keinen Grund für diese Maßnahme.«
Der SA-Mann sagte darauf: »Es ist eine Vergeltungsmaßnahme wegen des Pariser Mordes.«
Ich sagte: »Damit habe ich nichts zu tun.«
Der SA-Mann sagte: »Das weiß ich, es ist eine Aktion im ganzen Reich. Sie müssen jetzt alle mit; machen Sie sich schnell fertig!«
H. Hirschberg, Meine letzten Tage in Deutschland, in: Oldenburger Jb. (1985), S. 13
Verantwortlich: Rosenfeld / e-a-d | Stand:
18.09.2008
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