Vortrag des ehemaligen isrealischen Botschafters Shimon Stein am GEO
Diplomat lädt nach Israel ein
Vortrag Shimon Stein spricht vor Schülern von Gymnasien und BBS Wechloy

Suchte das Gespräch: Shimon Stein (Mitte), bis 2007 Botschafter des Staates Israel in Deutschland, sprach in der Aula des Gymnasiums Eversten mit Oberstufenschülern von GEO, AGO, Liebfrauenschule und Herbartgymnasium. bild:röhr
Stein warb für eine differenzierte Sicht. Er sprach zum 60-jährigen Bestehen Israels.
OLDENBURG - Vor über 350 Oberstufenschülern hat Shimon Stein (60) - von 2001 bis 2007 Botschafter Israels in Deutschland - am Dienstag zunächst in der BBS Wechloy und dann in der Aula des Gymnasiums Eversten (GEO) gesprochen. Stein lud die Schüler ein, in sein Land zu reisen und alle Gelegenheiten zu nutzen, sich ein differenziertes Bild zu machen: „Israel umfasst mehr als Jerusalem, Sicherheit und der Konflikt mit den Palästinensern. Internet, High-Tech, Innovation, all das ist auch Israel.“ Der ehemalige Botschafter stellte in einem Gespräch mit der NWZ die Bedeutung des Jugendaustausches heraus. „Viele sind überrascht, dass sie hier ein Land erleben, in dem man sich frei bewegen kann, mit einer jungen Szene, auch einer tollen Nachtszene etwa in Tel Aviv, in kurzer Zeit ist man von dort auch in Jerusalem, am Toten Meer oder im Winter zum Tauchen am Roten Meer.“
„Bescheidenes Ziel“ seines Vortrags vor den Schülern von Liebfrauenschule, Herbartgymnasium, AGO und GEO, die sich gemeinsam versammelt hatten, sei es, neugierig zu machen auf sein kleines Land und auf alles, was damit zusammenhängt.
Stein, der sich auch den Schülerfragen stellte, arbeitete heraus, wie viele der aktuellen Konflikte mit der Entstehungsgeschichte des Landes zusammenhängen. Der frühere Botschafter über die Gemütslage: „Wir sind ein traumatisiertes Volk und wollen nie mehr, dass andere über unser Schicksal bestimmen.“
Die Eltern des Botschafters lebten bis zu ihrer Deportation in der Stadt Paul Celans in den Nordkarpaten: in Czernowitz in der heutigen West-Ukraine, damals berühmt für seine Malerei und Literatur. Auseinandergerissen und heimatlos geworden landeten die Überlebenden der Familie nach dem Krieg im neugegründeten Staat Israel.
Shimon Stein studierte in Jerusalem Moderne Geschichte, war Fallschirmjäger und trat 1974 in den Diplomatischen Dienst ein. Zurzeit arbeitet er für ein großes amerikanisches Beratungsunternehmen als Beauftragter für Mittel- und Zentraleuropa, den Balkan und Zentralasien.
Den Vortrag zum 60-jährigen Bestehen des Staates Israel hatten die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vermittelt, getragen vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden. Zum Dank erhielt Stein eine Video-Dokumentation des Erinnerungsgangs 2007, der vom GEO vorbereitet worden war. Jedes Jahr machen das Schüler einer anderen Schule.
aus der NWZ - von KARSTEN RÖHR
Verantwortlich: Ulf Rosenfeld e-a-d | Stand:
04.08.2009