Präsentationen zum Erinnerungsgang
Viktoria Frers erläutert die Arbeit der AG „Jugend“

Liebe Gäste!

Meine Gruppe hat sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Jugend im 3. Reich“ beschäftigt.
Für uns war es interessant zu erfahren, wie es Gleichaltrigen, also den Jugendlichen damals in der Schule, aber auch in der Freizeit erging. Wie sah ihr Schulalltag aus? Wie machte sich die Diskriminierung durch die Nationalsozialisten bemerkbar? Darüber hinaus haben wir uns auf das Leben der nichtjüdischen Mitschüler konzentriert. Uns war es wichtig von beiden Seiten einen Einblick in die damalige Zeit zu bekommen.
Um ein besseres Verständnis zu erlangen, haben wir unsere Informationen nicht nur Büchern und Dokumenten entnommen, sondern haben auch Interviews mit Zeitzeugen geführt, die das damalige Geschehen als Jugendliche erlebt haben.
Bei der Gestaltung unserer Ergebnisse sind wir chronologisch vorgegangen, um zu zeigen, wie sich das Verhalten gegenüber den Juden mit der Zeit veränderte und radikalisierte. Gerade in der Schule wurde dies sehr deutlich, denn die jüdischen Schüler wurden Schritt für Schritt vom schulischen Alltag ausgeschlossen.
Anhand vieler Zitate zeigte sich, wie die Jugendlichen verletzt wurden.
Ein Beispiel: An einer Feier zum Muttertag mussten die jüdischen Schüler zwar anwesend sein, durften aber nicht aktiv teilnehmen. Auf die Frage „Warum?“ antwortete die Lehrerin: „Ich weiß, dass ihr auch eine Mutter habt, aber sie ist ja nur eine jüdische Mutter“.
Wir haben uns aber nicht nur mit der damaligen Zeit, sondern auch mit der Gegenwart beschäftigt und Mitschüler befragt. Wir wollten dokumentieren wie unsere Generation über die NS-Vergangenheit und den heutigen Umgang mit ihr denkt. Vier Interviews haben wir auf einer DVD zusammengestellt und ihr den Titel „Wissen reicht nicht“ (AKTION) gegeben. Neben anderen Aspekten bringen die Interviewten entweder direkt oder indirekt zum Ausdruck, dass reines Wissen, das heißt akademische Aufklärung, über die Vorgänge von damals nicht ausreicht. Geschichte muss von Schule und Eltern mit der heutigen Zeit verknüpft werden.
Verantwortlich: Rosenfeld / e-a-d | Stand:
18.09.2008