Arbeitskreis Erinnerungsgang
Seit 1983 findet alljährlich in Oldenburg der so genannte „Erinnerungsgang“ statt.
Die Idee hierzu entsprang einer spontanen Bewegung von Menschen, die das, was am 9. u. 10. November in Oldenburg geschah, den Bürgern der Stadt im Gedächtnis halten wollten. Im Laufe der Zeit formierte sich hierzu ein Arbeitskreis aus verschiedenen Institutionen sowie Einzelpersonen in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg.
Seit den 70er Jahren ist die Gefahr des Verdrängens der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands nicht mehr das Hauptproblem. Gleichwohl hält es der Arbeitskreis für unabdingbar, dass man sehr genau darauf achtet, was in unserer Gesellschaft passiert.
Er hat sich deshalb mit der Organisation eines Schweigemarsches die Aufgabe gestellt, nicht nur an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern, sondern auch durch Bezüge zu Vorgängen der Gegenwart zugleich ein deutliches Zeichen für Menschenrechte, die Menschenwürde und den Frieden – gegen Krieg und Gewalt sowie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus zu setzen.
Über 20 Jahre hinweg wurde der jeweilige Erinnerungsgang und das Rahmenprogramm von Mitgliedern des Arbeitskreises vorbereitet. Unterstützung erhielten sie dabei auch immer wieder von Schülern, z.B. mit Rede- und Musikdarbietungen auf der Abschlussveranstaltung im Gefängnishof.
Darüber reifte die Erkenntnis, dass Jugendlichen bei der inhaltlichen Gestaltung grundsätzlich mehr Raum zugestanden werden müsste. Seit 2006 zeichnen sich deshalb Oldenburger Schulen für den Erinnerungsgang verantwortlich. Zusammen mit dem Arbeitskreis und unterstützt von der Landesbibliothek sowie der Stadt Oldenburg, werden sie auch in den folgenden Jahren mit der Durchführung des Erinnerungsganges ihren Blick auf Vergangenheit und Gegenwart werfen.
Verantwortlich: Rosenfeld / e-a-d | Stand:
06.07.2008