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Argentinien... was ist das?
Was fällt einem dazu ein? Gut, wer in den letzten beiden Jahren in Argentinien war, kennt Córdoba, Villa General Belgrano, vielleicht sogar Iguazú. Wer dieses Jahr am Austausch teilnimmt, der kann sicher auch ein bisschen mehr als Tango, Buenos Aires, Spanisch und Maradonna aufzählen. Denn Argentinien ist viel, viel mehr als eben nur dieses. |
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Und auch wenn ich schon ein bisschen mehr wusste, muss ich zugeben, dass vieles, was ich Ende Oktober/ Anfang November kennengelernt habe, auch für mich neu und überraschend war. Am 23. Oktober diesen Jahres ging es für mich, so wie für 57 andere Austauschschüler aus der ganzen Welt, die momentan ein Austauschjahr mit ROTARY hier in Córdoba, Catamarca oder La Rioja verbringen, auf in den Süden Argentiniens. Auf nach Patagonien. Die Reise beinhaltete nicht nur besagte 58 Austauschschüler, sondern auch 8100 km, die in 17 Tagen per Bus zurückgelegt wurden. (Zum Vergleich: Die OstWest-Ausdehnung der USA beträgt 4500 km.)
Am 23.Oktober brachen wir mittags in Córdoba bei knapp 30ºC Richtung Puerto Madryn auf. Nach 22 Stunden erreichten wir die Atlantikküste. Die Hütten wurden bezogen und der erste Strandspaziergang gemacht. In Puerto Madryn war es immer noch warm, aber aufgrund der Seeluft, deutlich kühler. Am frühen Abend bekamen wir eine Stadtführung und anschließend ging es relativ schnell ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein. Schließlich ging es zum „Whale Watching“. Wir verließen Puerto Madryn in Richtung Península Valdés. Mit dem Katamaran fuhren wir auf den Atlantik hinaus und hatten das Glück, trotz der eigentlich schon späten Jahreszeit, zwei Südkaper-Wale aus einer Entfernung von nur 20 m sehen zu können. |
Am nächsten Tag ging es zur „Bahía dos cabos“ und es gab nach den Walen, Pinguine und Seeelefanten. Die Pinguine waren in Streichelnähe, allerdings wurde davon dringendst abgeraten.
Nach zwei Tagen Puerto Madryn wurde der Bus erneut bestiegen und es ging los in Richtung El Calafate.
Diesmal hatten wir 18 Stunden Fahrt vor uns. In diesen 18 Stunden sind wir an einem einzigen Dorf und zwei Tankstellen vorbei gekommen. Argentinien hat eine Einwohnerdichte von 14 Einwohnern/ km², in der Region Santa Cruz, in der sich El Calafate befindet, liegt sie bei unter einem Einwohner/ km².
El Calafate ist mit knapp 10 000 Einwohnern, die viertgrößte Stadt Santa Cruz`s und lebt vom Tourismus. Die beiden großen Atraktivitäten sind der Lago Argentino und des Perito-Moreno-Gletscher. |



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Der Lago Argentino ist mit einer Fläche von fast 1500km² der größte See Argentiniens. Er wird von über 200 Gletschern gespeist. Unter anderem vom größten Gletscher Südamerikas, dem Upsala-Gletscher, den wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen haben. |
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| Dafür besichtigten wir den bekanntesten der dort anzutreffenden Gletscher, den Perito-Moreno-Gletscher. Einer der wenigen Gletscher, außerhalb der Antarktis und Grönlands, der nach wie vor kontinuierlich wächst. Täglich knapp einen Meter. Momentan weist er eine Länge von 14 km, bei einer 5 km breiten und knapp 60m (über Wasser) hohen Gletscherzunge vor. Der Lago Argentino erscheint einem aufgrund seiner Größe eher wie ein Meer, als ein See. Das Wasser ist klar, blau und ruhig. Man kann, eher selten für die Gewässer Argentiniens, sogar unbesorgt daraus trinken. In diesen See ragt die Kante des Perito Moreno Gletschers. Die Eismassen sind einfach nur beeindruckend. Zu der Höhe von 60m über der Wasseroberfläche kommen noch einmal knapp 120m unter Wasser dazu. In El Calafate blieben wir drei Tage. Und trotz der frühlingshaften Jahreszeit waren auf Anschließend ging es weiter nach Ushuaia. Wieder hatten wir über 20 Stunden Busfahrt zu bewältigen. Um Ushauia zu erreichen, muss zunächst die chilenische Grenze passiert werden. Bis zur Überquerung der Magellanstraße befindet man sich in Chile, anschließend reist man erneut nach Argentinien ein. Nach dem wir in Puerto Madryn schon die Atlantikküste kennengelernt hatten, gab es hier nun Pazifik und Atlantik zur selben Zeit. Nach dem Passieren der Magellanstraße befanden wir uns in Feuerland. Es lagen noch knapp 300 km vor uns, bis wir unser Ziel, Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, erreicht hatten. Ushuaia ist die Hauptstadt und mit 65.000 Einwohnern auch die größte Stadt der Provinz Feuerland („Tierra de Fuego“). |
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Wir kamen abends an. Am nächsten Morgen ging es früh raus in Richtung Hafen. Die Erkundung des „Fin del Mundo“ („Ende der Welt“) stand auf dem Programm. Im Katamaran ging es in den Beagle-Kanal. Eine weitere Wasserstraße, die Pazifik und Atlantik miteinander verbindet. Die Fahrt wird als Fahrt ans „Ende der Welt“ bezeichnet, weil sie die Umrundung der letzten Insel, samt letztem Leuchtturm („Ùltimo Faro“), vor Erreichen des Südpoles beinhaltet. Ushauia an sich ist eine graue unspektakuläre Kleinstadt, die ihre Attraktivität dem Titel „südlichste Stadt der Welt“ zu verdanken hat. |
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Am nächsten Tag ging es in den Nationalpark Ushuaia, der neben dem Zug ans Ende der Welt, auch das Ende der Ruta Nacional 3 beinhaltet. Die Ruta Nacional 3 ist eine der wichtigsten Fernstraßen Argentiniens, die von Buenos Aires, Chile durchquerend, bis Ushuaia führt. Der Tag war leider verregnet, dementsprechend „aufregend“ war dann aber die Busfahrt auf durchnässten Sandwegen durch den Nationalpark. Feuerland hat seinen Namen von den dauerhaft brennenden Feuern der Indianerstämme erhalten. Die lebten zu ihrer Zeit, trotz winterlichen Temperaturen von bis zu -6ºC, das ganze Jahr unbekleidet. Dementsprechend wichtig war das dauerhafte Bestehen ihrer Feuer. Nach dem Besuch des Nationalparks fuhren wir auf einen der umliegenden Berge, um von oben einen Blick auf Ushuaia werfen zu können. Dieser Blick wurde von dem Schneegestöber und den dazugehörenden Wolken getrübt. Während es in Córdoba 35ºC warm war, schneite es im selben Land, „nur ein Stück“ (3.355 km) weiter südlich. |
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Von Ushuaia aus wurden wieder Magellanstraße und Chile passiert, um sich dann wieder Richtung Norden zu begeben. Das nächste Ziel hieß Bariloche. Vorher wurde aber eine Nacht in Esquel verbracht, weil die Distanz Ushuaia-Bariloche einfach zu groß ist. |
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Die Fahrtzeit nach Esquel betrug schon 36 Stunden.Von Esquel aus wurde der Nationalpark „Los Alerces“ besucht und von dort aus ging es nach Bariloche. Bariloche ist als “Schweiz Argentiniens“ bekannt und trägt diesen Namen völlig zu Recht. Sie liegt am Fuß der Anden und ist von mehreren großen Seen umgeben. Der bedeutendste ist der „Nahuel Huapi“. |
Dessen Nationalpark und größte Insel (die Isla Victoria) besuchten wir am darauf folgenden Tag. Per Katamaran ging es auf die Insel. Nach den ganzen verbrachten Stunden im Bus waren wir mehr als glücklich, dass dieser Nationalpark nun endlich mal zu Fuß erkundet
wurde.
Wir hatten einen supersonnigen Tag erwischt, der
See und Insel noch schöner erschienen ließ. Anschließend besuchten wir eine der Schokoladenfabriken Bariloches und hatten den Nachmittag Zeit, uns in Bariloches Innenstadt umzusehen. Auf einmal fühlte man sich wie in den Alpen. Holzhäuser, urige Cafés bis hin zu Fondue und Apfelstrudel. |
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Von Bariloche aus wurde die letzte Reiseetappe in Anspruch genommen. Es ging vorbei an den sieben großen Seen, die den Weg nach San Martín de los Andes, unserem letzten Stopp, säumen. Der Genuss dieser Landschaft wurde ein bisschen gedämpft durch den Fahrstil unseres Busfahrers. Nachdem der Rest der Reise im großen, zweistöckigen Reisebus zurückgelegt wurde, mussten wir auf diesem Reisestück aufgrund der Straßenverhältnisse, in Kleinbusse umsteigen. Kies und Baustelle hielten unseren Busfahrer allerdings nicht davon ab, über die Bergstraßen zu brettern. |
In San Martín verbrachten wir noch einen Tag ohne nennenswertes Programm, bevor die Rückreise nach Córdoba angetreten wurde.
Also, wie man sieht, hat Argentinien neben Fußball und Tango auch eine ausgeprägte Tier-und Pflanzenwelt, verschiedenste Klimazonen, eine Menge Nichts und noch viel mehr Sehenswertes zu bieten!!
Gesa Kip |

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Verantwortlich: Gesa Kip / e-a-d | Stand:
07.05.2008
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