Gymnasium Eversten Oldenburg
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Reisen in Kunst und Musik (Seite 1)
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Reisen in Kunst und Musik



Reisen in der Musik

Sowohl Künstler als auch Musiker haben ähnliche Beweggründe, wenn sie Reisemotive verwenden. Zum einen werden die Sorgen und Nöte der Reisenden beschrieben. Dies geschieht besonders in der Musik in Liedern, egal ob volkstümliches Wanderlied oder gewolltes "Kunstlied".

Zum anderen werden Reisemotive auch häufig verwandt, um bereiste Orte zu beschreiben und um die Eindrücke wiederzugeben, die der Künstler dort gemacht hat.

Ein gutes Beispiel für Beschreibende Musik ist die Moldau Von Smetana. In diesem Stück, das eigentlich in einem Zyklus namens "Mein Vaterland" steht, wird der Flußverlauf der Moldau beschrieben. Smetana geht hierbei von der Quelle im Böhmerwald ( dem Gegenstück zum Bayerischen Wald in der tschechischen Republik) , folgt dem Fluß dann in Richtung Südosten. Hiernach folgt geographisch ein Knick gen Norden. Nach einer längeren Strecke durchquert die Moldau dann Prag, um schließlich in der Elbe zu münden.

Um die Moldau von der Quelle bis zur Mündung darzustellen verwendet Smetana ein sehr eindrückliches Klangbild. Er fängt mit wenigen, leisen Tönen an, um die Quelle zu kennzeichnen. Sodann kommen immer mehr Instrumente in immer größerer Lautstärke hinzu, was verdeutlichen soll, dass der Quellbach immer mehr zu einem großen, Flußlauf wird. Dieser Eindruck verstärkt sich immer mehr, bis die Moldau in die Elbe mündet und dort zu einem Majestätischem Fluß wird.

Musik dient meiner Ansicht nach der Reisebewältigung. Auf der einen Seite werden Ängste, Nöte und Probleme bewältigt, auf der anderen Seite werde die Freuden des Reisens beschrieben. Außerdem dient Reisemusik auch dazu, den Zuhörern von fremden Orten zu "erzählen" und ihnen diese durch ein musikalisches Klangbild näher zu bringen.

Verfasst von Christian






Reisebilder im geschichtlichen Überblick



Das Thema Reisen war schon immer Bestandteil der darstellenden Kunst. Dies begann mit den Reisegeschichten der Bibel, die gemalt wurden, um die biblischen Inhalte auch dem damals ungebildeten Volk zugänglich zu machen, bis zu den detaillierten Zeichnungen von Tieren und Pflanzen, die auf Forschungsreisen erstellt wurden.

Um das Jahr 1000 dienten Reisebilder fast ausschliesslich der Darstellung von geschichtlichen Sachverhalten, wie zum Beispiel Schlachten, Verhandlungen oder Entdeckungen. Reisen wurden ohnehin nur von Kriegsherren und ihren Soldaten getätigt, was kein größeres Spektrum an Themen zuließ. Es kam den Künstlern hierbei auch nicht auf eine naturalistische Darstellung von Mensch und Natur an. Der narrative, also erzählende Charakter der Bilder stand im Vordergrund.

Erst nach und nach, mit dem Vormarsch neuer Maltechniken und Gedankenansätze, wurden Reisebilder zum Vermittler des Fremden. In der Renaissance war das Fremde nicht vorwiegend eine andere Kultur oder ein fremdes Land, da Reisen nur gutbetuchten Leuten möglich war. Vor allem Künstler hatten es schwer in andere Länder zu fahren und ihre Eindrücke in Bilder zu fassen, ausser sie wurden von einem reichen Adligen gefördert. So wurde für vieleihre eigene Umgebung zur Erforschung und Bereisung des Fremden genutzt.

Das neue Zentrum des Lebens, die Stadt, ließ die Menschen der Renaissance neue Wege einschlagen. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist Albrecht Dürer (1471-1528), der seine Zeichnungen und Bilder naturalistisch ausgearbeitet hat. Er mischte sakrale Themen mit der konkreten Darstellungen von Natur, Tieren, aber auch Stadt und Mensch. Dürer verband die Bibelgeschichten mit Landschaftsszenarien und vermittelte so dem Betrachter der Renaissance die neue Wirklichkeitserfassung und zusätzlich christliche Werte, betätigte sich aber auch als Wissenschaftler und fertigte verschiedene Pflanze- und Tierstudien an. Seine Reisebilder beruhten nicht auf eigenen Erfahrungen, vielmehr kombinierte er seine Umgebung mit Reisen biblischer und fiktiver Figuren, wie z.B. in "Flucht nach Ägypten" und "Ritter, Tod und Teufel".

Mit dem Zeitalter der Entdeckungen kamen auch andere Formen von Reisebildern auf. Auf jeder Entdeckungsreise war ein Maler dabei, der das Fremde für die Daheimgebliebenen festhalten sollte. Diese waren Künstler, Forscher und Wissenschaftler zugleich. So zum Beispiel William Hodges, Sydney Parkinson und Georg Forster mit seinem Vater Johannes. Alle vier waren Begleiter von James Cook und fertigten für diesen Bilder an. Georg und Johannes Forster waren, wie auch Sydney Parkinson, für naturwissenschaftliche Zeichnungen von Pflanzen, Tieren und Menschen zuständig. Hodges stellte überwältigende Landschaftsbilder her, und hielt die pazifische Natur fest.

Die Reisebilder konzentrierten sich nun geographische, naturwissenschaftliche, soziokulturelle, aber auch ästhetische Aspekte, so zum Beispiel Hodges Ansätze von Panoramen.

Die Produktion von Reisebildern ist aufgrund der Erfindung des Photoapparetes und der Videokamera zurückgegangen. Es besteht nicht mehr die Notwendigkeit `Daheimgebliebenen´ das Fremde zu vermitteln, ausser in privaten Dia- und Photovorführungen. Informationen zu fremden Kulturen bzw. Ländern werden heutzutage durch Schule, sowie Medien und Internet vermittelt. Heutige Reisebilder dienen nicht mehr ausschließlich naturwissenschaftlichen Interssen, sondern spiegeln Erfahrungen und Gefühle jener Künstler wider, welche reisen.

Verfasst von Klaas






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Verantwortlich: Frau Stertzenbach - Referendarin im Fach Religion am Gymnasium Eversten | Stand: 05.10.2007



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