Bei meiner heutigen Gesprächsrunde geht es um das Thema Reisen. Aus diesem Anlaß habe ich Christoph Columbus und Marco Polo eingeladen.
Wegen des besseren Verständnisses der Thematik möchte ich wesentliche Stationen aus ihrem Leben vorstellen.
Marco Polo:
1254 - Marco Polo wird als Sohn von Nicolo Polo in Venedig geboren. Er stammt aus einer edlen, hochgebildeten und ehrenwerten Familie, die eine Handelsfamilie war.
1271 – reist der 17 jährige Marco Polo mit seinem Vater und seinem Onkel als Kaufleute und Gesandte des Papstes von Venedig nach Asien. Sie begannen ihre Reise auch um ihr Handelskapital zu vermehren.
1275 – treffen sie in Peking ein. In China betrieben sie Handel und Marco Polo wird bedingt durch den Großkhan Stadthalter in Kiagnan.
1295 – treffen sie reich begütert wieder in Venedig ein.
1298 – 1299 Marco Polo wird in genuesischer Gefangenschaft gehalten. In dieser Zeit diktiert er seinen Reisebericht.
1300 – Marco Polos Reisebericht wird in Form eines Buches veröffentlicht.
1324 – Marco Polo stirbt.
Christoph Columbus:
1451 – Christoph Columbus wird in Genua geboren.
1492 – 1493 – Entdeckung der neuen Welt (1. Reise)
1493 – 1496 – zweiter Besuch auf Hispaniola (2. Reise)
1498 – 1500 – zufällige Entdeckung der Ostküste Südamerikas (3.Reise)
1502 – 1504 - Versuch der Weltumsegelung, der an der Küste Mittelamerikas
gescheitert ist. (4.Reise)
1504 - Rückkehr als gebrochener Mann.
Ca. 1506 - Columbus stirbt
Nachdem ich nun die Biographien kurz vorgestellt habe, möchte ich die heutige Thematik auf einige wesentliche Aspekte reduzieren, um so die beiden Standpunkte zu verdeutlichen:
1. Gründe der Reisen
2. Gefahren der Reisen und die daraus resultierenden Veränderungen
3. Religiöse Aspekte der Reisen
Herr Polo und Herr Columbus nennen Sie uns ihre Beweggründe, die sie veranlaßt haben ihre Reisen anzutreten!
Polo: " Als ich 17 Jahre alt war kam mein Vater von einer Reise nach Venedig zurück. Kurze Zeit später wollte er wieder aufbrechen und mich zum Großkhan nach China mitnehmen. Ich verband also zuerst mit dieser Reise ein Gefühl der Pflicht, aber im späteren Verlauf entwickelte ich ein starkes Interessen, eine Art Wissensdurst, an allem, was mir fremd war und was in Verbindung mit dem Großkhan stand zB.: die Kultur, die Religion, die Macht, die Politik,..."
Columbus: "Ich dagegen unternahm meine ersten kleineren Reisen mit 25 Jahren. Schon mit etwa 30 Jahren erarbeitete ich mein Westfahrtprojekt und stach dann 1492 in See. Gründe dieser Reise waren den christlichen Glauben zu unterweisen, andere Völker zu missionieren. Ein anderer wesentlicher Aspekt war auch, dass zu der Zeit vorhandene Weltbild, dass die Erde eine Scheibe ist, zu widerlegen."
Interviewer: "Wir sehen also nun, dass sie verschiedene Gründe bewegt haben eine Reise zu unternehmen. Aber wie stand es mit den Gefahren? Gab es irgendwelche Hindernisse, die ihnen sozusagen Steine in den Weg legten?"
Polo: " Natürlich. Auf meiner Reise mußte ich viele enge, gefährliche Wege, Gebirge, Wüsten,... passieren und mich auch des öfteren vor Angriffen wehren. Zudem kam, dass oftmals keine Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten vorhanden waren. Auch viele Städte und Gebiete wurden von Krankheiten und Epedemien heimgesucht.
Eine andere Gefahr war, dass der Großkhan sterben könne und die von ihm gegebene Goldtafeln, die mir in seinem Gebiet Schutz und Unterstützung gaben, ihren Wert verlieren würde."
Columbus: " Es bedeutete ein ungeheures, unvorstellbares Wagnis der Leute mit so unzureichender Ausstattung und Kenntnissen völlig auf sich allein gestellt der Macht des Wassers gänzlich ausgeliefert zu sein. Ich mußte mit Gefahren rechnen, weil ich keine Beweise dafür hatte, dass die Erde rund ist. Ich also nicht wußte, ob wir am Ende runterfallen würden. Die Schwerkraftskenntnisse waren damals auch noch nicht vorhanden.
Wir begangen außerdem noch ein großes Wagnis, da wir wenig Kenntnisse über Strömungen und Wassertenmperaturen hatten. Darüber hinaus war die Ungewißheit sehr groß, ob wir überhaupt etwas finden würden."
Interviewer: "Lassen sie uns noch abschließend den religiösen und kulturellen Aspekte ihrer Reisen beleuchten."
Polo: " Ich reiste als Gesandter des Papstes und war somit Träger des katholischen Glaubens. Ich lernte auf meiner Reise viele Kulturen, Religionen, Kulte,... kennen, die meinen Horizont enorm erweiterten. Als ich dann noch im Auftrage des Großkhans reiste, galt ich als Vermittler der unterschiedlichen Religionen, insbesondere reflektierte ich meinen eigenen religiösen Standpunkt und verglich sie mit anderen. Ich erlernte Religionsfreiheit, zu tolerieren und akzeptieren, hielt aber am katholischen Glauben fest."
Columbus: " Ich hatte einen sehr starken Glauben an mein Westfahrtprojekt und dass es Erfolg haben würde, obwohl ich einige Rückschläge erlitten hatte. Doch diesem Glauben stand ein anderer gegenüber, nämlich der kirchliche Glaube mit seinem religiösen Weltbild und zwar, dass die Erde eine Scheibe ist. Auf Grund dieses Weltbildes hielt es die Kirche für unmöglich dieses Unternehmen zu realisieren. Trotz der fehlenden Unterstützung der Kirche legte ich ein Gelübde ab, alle Schätze, die ich aus Indien mitbringen würde, für einen Kreuzzug zu spenden, um das Heilige Grab Jesu zu befreien. Dieses vollzog ich, weil ich geprägt war durch meinen Glauben in Gott und die Kirche, den ich auch auf meinen Reisen weiter vermitteln wollte.
Interviewer: " Nachdem wir nun hinreichend Einblick in die Thematik bekommen haben möchte ich nun das Interview abschließen und mich recht herzlich bei Ihnen für das Interview bedanken.
Falls bei ihnen noch weiteres Interesse besteht, können sie auf entsprechende Literatur zurückgreifen."
Verfasst von Jessica, Doris und Mona
Verantwortlich:
Frau Stertzenbach - Referendarin im Fach Religion am Gymnasium Eversten | Stand:
05.10.2007