Xanten im „Sommer“ 2007
Endlich stand der Termin für die Fahrt nach Xanten fest!
Die Lateiner des 6. – 9. Jahrgangs hatten sich lange darauf gefreut.
Nach der vierstündigen Busfahrt vermochte es auch nicht der gelegentliche zarte Nieselregen, der uns bis zum Mittag begleitete, die freudige Neugierde zu trüben: Wir wollten sehen, wie die Römer damals in der (nach Köln) zweitgrößten Römerstadt in Germanien lebten. *Dass es in Xanten auch regnen kann, war für Herrn Hahn auf seiner 10. Xanten-Fahrt ein Novum.

APX - Archäologische Park Xanten
Bereits beim Blick aus dem Bus beeindruckten die zinnen- und turmbewehrten Teile der über sechs Meter hohen Stadtmauer mit vorgelagerten Gräben und der wuchtige Turm des „Kleinen Hafentores“, auch wenn uns allen bewusst war, dass wir vor „Reproduktionen“ standen und auch innerhalb der Stadtmauern keine „Originale“ auf uns warteten: Alle Gebäude dieses Freilichtmuseums wurden nach den Erkenntnissen der Ausgrabungen (seit 1957) auf den antiken Fundamenten als naturgetreue Rekonstruktionen aufgebaut.

So führen sie den Besuchern die Bauten einer Römerstadt wirklichkeitsnah vor Augen. Zu den am meisten beeindruckenden Gebäuden zählten für unsere Gruppe wohl das Amphitheater, das heute für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird (z. B. 1991: „Wetten dass …“), sowie die „dreisitzige“ Latrine am Badehaus der „Herberge“.


Aber auch im Spiele-Pavillon hatten viele ihren Spaß an Brett-, Würfel- und Geschicklichkeitsspielen, die schon vor zweitausend Jahren von Römern und ihren Kindern gespielt wurden „So alt ist das Mühlespiel schon!?“.
Ein wenig müde kamen einige vom riesigen nördlichen Haupttor zurück: „So groß hatte ich mir die Stadt gar nicht vorgestellt!“ „Ja, und hast du den kaputten Tempel gesehen? Da kann man sogar drunter her laufen!“
Der teilrekonstruierte „Hafentempel“ verwirrt immer wieder die Besucher: Nur eine Ecke ist bis zur Dachhöhe nachgebaut und dennoch beeindruckt die Höhe des Gebäudes auch so. Die Säulen und der Innenraum vermitteln einen Eindruck von der Farbigkeit des Baus in römischer Zeit. Der obere Teil des Fundamentes wird von einer Betonhalle überfangen; sie ermöglicht den Zugang zur Fundamentplatte – deshalb kann man heute „drunter her laufen“ und die hohen Fertigungstechniken der antiken römischen Ingeneure erkennen.

Mittelalterliches und modernes Xanten
Nach der Mittagspause stand die Dombesichtigung an. Vorher nutzten einige Unermüdliche noch die Gelegenheit, das heutige Xanten zu erkunden. Die römische Stadt (CUT) bestand ja nur bis ins 5. Jh. Nach den Germanenstürmen war sie aufgegeben worden und in ihrer Nähe hatte sich aus kleinsten Anfängen seit dem 7. Jh. bis ins Mittelalter eine neue Stadt entwickelt. Als Baumaterialien dienten dabei zum Großteil die Ruinen der antiken Stadt, die so allmählich abgetragen worden war.


[Quelle: http://www.xanten.de/de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/dom_sankt_viktor/index.php]
Der Dom St. Viktor wurde nach 281-jähriger Bauzeit 1544 schließlich vollendet.
Während der Führung erfuhren wir in groben Zügen die geschichtliche Entwicklung der Stadt seit der Römerzeit bis heute. Manchen SchülerInnen ist seitdem die Bedeutung des Wortes „Stift“ im Zusammenhang mit Kirchen- und Stadtentwicklung bekannt. Noch interessanter wurde es, als wir von den in der Krypta beigesetzten Märtyrern hörten: dem Hlg. Victor aus den Christenverfolgungen des 4.Jh. und drei Männern, die aus dem Gebiet um Xanten stammten und in den Todeslagern des Nationalsozialismus endeten. So ist die Krypta eine Mahn- und Sühnestätte.
Zudem sind dort auch die Reste der ersten Kapellen sichtbar gemacht, die über dem ersten Märtyrergrab errichtet und immer wieder erneuert und erweitert wurden bis hin zu diesem Dom, in dem wir nun standen und uns die verschiedenen kunstvoll gefertigten Altare erklären ließen.

[Quelle: http://www.xanten.de/de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/dom_sankt_viktor/index.php]
Uns wurde auf dieser Fahrt besonders eindrücklich vor Augen geführt, wie sich der Bogen der Geschichte dieses Ortes von der Antike bis in die nahe Vergangenheit und die Gegenwart spannt.
S. Gellhaus & W. Hahn
Für stärker interessierte LeserInnnen verweisen wir auf den Xanten-Artikel bei wikipedia, sowie www.xanten.de und die darin jeweils angebotenen Links, z. B. zum APX, zu Geschichte(n) und Legenden etc.
Verantwortlich: Gellhaus / e-a-d | Stand:
04.12.2007