Klasse 11 (Rahmenrichtlinien Oberstufe) - Geschichte und Geschehen Oberstufe I
Rahmenthema: Krisen und Umbrüche
Die Thematisierung von Krisen und Umbrüchen im Geschichtsunterricht vermag in besonderem Maße an die Situation der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen. Die Wahrnehmung der Krisen und gewaltsamen Konflikte in Europa und vielen Teilen der Welt ist präsenter und gegenwärtiger, Krisenerfahrungen und Krisenbewusstsein gehören zum Alltag.
Krisenhaft beschleunigter Wandel muss als gesellschaftlich weit- und tiefreichender Prozess jenseits der subjektiven Erfahrung objektiv feststellbar sein, um von der Krise oder dem Umbruch eines Gesamtsystems sprechen zu können. Krisen und Umbrüche enthalten alternative Möglichkeiten für Entscheidungen sowie Elemente der Kontinuität. Krisen und Umbrüche erweisen sich als historische Handlungsfelder besonderer Art, in denen die Menschen in gebündelter Form mit Problemen konfrontiert und zur Entwicklung von Lösungsstrategien herausgefordert werden.
Historische Krisen und Umbrüche können daher Fragen nach den Zusammenhängen von politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozessen, Fragen nach Ursachen und Wirkungen, Fragen nach handelnden Personen und Personengruppen, Fragen nach den Interessen von einzelnen Menschen und Menschengruppen sowie Fragen nach Veränderungen bzw. Konstanten eröffnen. Die Auseinandersetzung mit historische Krisen und Umbrüche kann einen rationalen Umgang mit Krisenlagen der Gegenwart eröffnen.
Themen
Verbindliches Thema für den Geschichtsunterricht in der Klasse 11 am Gymnasium Eversten Oldenburg:
Die Krise des 16. Jahrhunderts: Renaissance, Reformation und Bauernkriege
Diese Thema muss behandelt und einer vertieften Untersuchung unterzogen werden.
Insgesamt sollten 2 Krisen- und Umbruchsituationen behandelt werden. Ein oder zwei weitere Themen können nach Absprache mit den Schülerinnen und Schülern ausgewählt werden.
Beispiele aus den Rahmenrichtlinien für weitere Themen :
- Die Krise des 6. Jahrhunderts und die Entfaltung der attischen Polis
- Die Krise der römischen Republik und der Prinzipal
- Die Krise des römischen Kaiserreichs im 3. Jahrhundert und der spätantike Zwangsstaat
- Pesterfahrung und Agrarkrise im spätmittelalterlichen Europa
- Der Aufstand der Niederlande 1566 - 1581. Bewegung des Bürgertums oder frühe Nationenbildung?
- Die Englische Revolution im 17. Jahrhundert und der Aufstieg Englands
- Revolution und Staatsgründung. Die Unabhängigkeit der USA
- Die Endkrise des Ancien Regime und die Französische Revolution
- Die Industrielle Revolution: Umbruch von der Agrar- zur Industriegesellschaft
- Die Krisen der Peripherien und der Imperialismus
- Die Krise des Zarenreichs und die russische Revolution
- Die Krise des deutschen Kaiserreiches und die Revolution 1918/19
- Die Krise der liberalen Demokratie in der Zwischenkriegszeit und ihre unterschiedlichen Antworten
- Vom Nationalsozialismus zu zwei deutschen Staaten: Umbruch in Deutschland
- Spaniens Weg zur Demokratie: Umbruch mit friedlichen Mitteln
- Die Krisen des Jahres 1968 in Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland als Kulturrevolution?
- Die Krisen des Kolonialimperialismus und die Dekolonisation
- Die Krise des SED-Regimes und die Revolution in der DDR
- Krisen und Umbrüche in Osteuropa: Demokratie oder neue Nationalismen?
(Für die kursiv gedruckten Themen gibt es keine Materialgrundlage im Lehrbuch)
Methodisch-didaktische Aspekte
Bei der Behandlung der Themen müssen gemäß den Rahmenrichtlinien folgende Leitprobleme, Dimensionen und Formen historischer Untersuchung berücksichtigt werden:
Leitprobleme historischen Lernens
- Mensch und Natur,
- Mensch und Gesellschaft,
- Gleichheit und Ungleichheit,
- Herrschaft und Freiheit,
- Krieg und Frieden,
- Menschenbild und Weltdeutung.
Dimensionen historischer Forschung
- Geschlechtergeschichte
- Politikgeschichte
- Sozialgeschichte
- Wirtschaftsgeschichte
- Kulturgeschichte
- Umweltgeschichte
Formen historischer Untersuchung
- Die genetisch-chronologische Untersuchung
- Der Längsschnitt
- Der Querschnitt
- Die Einzelfalluntersuchung
- Die Strukturanalyse
- Die Biographie
- Der Vergleich
Leistungskontrolle
Klausuren
Im Fach Geschichte werden Gesamtkonferenzbeschluss mindestens zwei Klausuren von 90 Minuten Länge pro Schuljahr geschrieben (Gesamtkonferenzbeschluss).
Die Klausuren sind so auf das Kurshalbjahr zu verteilen, dass sie sich jeweils auf einen größeren Unterrichtsabschnitt beziehen können. Die Termine für die Klausuren sind den Lernenden frühzeitig bekanntzugeben. Sie sind so anzusetzen, dass Lerndefizite noch ausgeglichen werden können.
Gestaltung und Bewertung von Klausuren:
- Die Aufgaben sind materialgebunden.
- Zu den Materialien werden Teilaufgaben gestellt
- Teilaufgaben sind eindeutig und trennscharf zu formulieren, kleinschrittige Aufgaben ebenso wie zu weite und undifferenzierte zu vermeiden.
- Die Aufgaben berücksichtigen die drei Anforderungsbereiche; der Schwerpunkt liegt im Anforderungsbereich II.
- Aufgaben werden nach Umfang, Komplexität und Anforderungsbereich gewichtet.
- Schwerwiegende und gehäufte Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit in der deutschen Sprache oder gegen die äußere Form führen zu einem Punktabzug von bis zu zwei Punkten.
Mitarbeit im Unterricht
Die Bewertung der Mitarbeit im Unterricht orientiert sich an den Anforderungsbereichen. Der Kommunikations-, Argumentations- und Kooperationsfähigkeit kommt neben der Beherrschung und Anwendung fachbezogener Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten besondere Bedeutung zu. Inhaltsbezogene Kenntnisse, selbständiges Denken, Erfassen von Problemen und Zusammenhängen, historische Einordnung und kritisches Urteilen werden bei der Bewertung herangezogen. Auf Methodenkenntnisse, ihre Anwendung und Reflexion ist Wert zu legen. Die Fähigkeit, Ergebnisse in unterschiedlichen Formen sachgerecht zu präsentieren, geht in die Bewertung mit ein. Die Bewertung soll verschiedene Formen der Mitarbeit im Unterricht zu berücksichtigen. Sie darf sich nicht nur auf wenige gleichartige Leistungen gründen. Neben der Qualität wird auch die Regelmäßigkeit der Mitarbeit in die Bewertung einbezogen. Punktuelle Leistungsbewertungen sind zu vermeiden
Die Mitarbeit teilt sich in mündliche, schriftliche und sonstige fachspezifische Mitarbeit.
mündliche Mitarbeit
- Beiträgen zu Unterrichtsgesprächen wie Antworten auf konkrete Fragen, Sachdarstellungen, Problematisierungen, Denkanstößen, Hypothesenbildungen, Verfahrensvorschlägen, Erläuterungen, Erörterungen
- Zusammenfassungen, vorgetragenen Referaten u.a.
- Beiträgen zu kooperativen Arbeitsformen wie Partner- und Gruppenarbeit.
schriftliche Mitarbeit
- Anfertigung von Protokollen,
- Referaten,
- schriftliche Hausaufgaben,
- schriftliche Übungen.
sonstige fachspezifische Mitarbeit
Alle Formen methodischen Handelns wie
- Formen der Dokumentation und Präsentation der Lernergebnisse,
- Rollen- und Planspiele,
- Befragungen und Interviews,
- Archivarbeit,
- Museumsbesuch.
In die Gesamtbewertung der Schülerinnen und Schüler gehen die Leistungen in der „Mitarbeit im Unterricht“ mit 70%, die Klausuren mit höchstens 30% ein. Bei der Bewertung der Mitarbeit müssen die drei Mitarbeitsbereiche berücksichtig werden.
Verantwortlich: ead | Stand:
10.10.2007