Schweizaustausch des 8. und 9. Jahrgangs

Der Schweizaustausch: nicht nur ein Wechselbad der Gefühle vorher, sondern auch ein Wechselbad des Wetters während der zwei Wochen.
Größtenteils pure Sonne und bis zu 20°C im Schatten und Stunden später Schnee.
Am besten beginne ich mit dem Anfang! (Wie alles begann?)
Eines Tages, wann genau weiß ich nicht, zeigte mein Freund mir einen Anmeldungsbogen für einen Schweizaustausch, den sie im Französisch-Unterricht bekommen hatten und ich wollte sofort mehr darüber erfahren.
Ich wollte schon lange gern einmal an einem Austausch teilnehmen und nun bot sich möglicherweise eine Chance.
Nach kurzen Gesprächen mit Frau von Seggern, die mir Mut machte mitzufahren, und längeren Gesprächen mit meinen Eltern, hatte ich mich endlich entschlossen mitzufahren. Ich füllte meinen Fragebogen aus, machte mir meine Gedanken und Vorstellungen darüber und wartete auf Antwort aus der Schweiz. Im Januar rückte dieser Termin nun immer näher und ich fragte mich nicht zum ersten Mal, ob ich wohl die richtige Entscheidung getroffen hatte. Die Spannung wuchs und plötzlich, wir hatten noch keine Bögen aus der Schweiz bekommen, entdeckte ich eine E-Mail mit dem Betreff: Schulaustausch...?
Nun begann nun ein E-Mail Kontakt und ich erfuhr z.B. (sehr zu meiner Freude), dass mein Austauschschüler mehrere Katzen und einen Hund hat. Ich freute mich sehr auf meine Zeit in der Schweiz, wenn ich auch einige Sorgen hatte, was mein Französisch betraf.
?Endlich im Zug!? Wir hatten es geschafft, wir saßen im Zug nach Basel, den wir dank einer Gleisänderung in großer Hektik gerade noch erreicht hatten. Jetzt im Zug waren wir eigentlich um einiges weniger aufgeregt als vor der Abfahrt, aber das würde sich schon noch ändern.
"Wir sind angekommen": Noch etwas benommen von der langen Fahrt verließ ich den Zug, begrüßte meinen Austauschschüler und seinen Vater und wir fuhren mit dem Auto von Lausanne nach Forel, einem ca.20 Minuten entfernten kleinen Ort.

Die ganze Familie war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich fühlte mich in dem gemütlichen Haus sehr wohl. Das einzige wirkliche Problem war die Verständigung. Meine zwei Jahre Französisch reichten zwar aus, um Wünsche zu äußern und ein wenig über mich zu erzählen, nicht jedoch, um Fragen oder gar eine komplette Unterhaltung zu verstehen und darauf richtig zu antworten. In den ersten Tagen nun wurde mir erst richtig bewusst, wie wichtig es ist sich ohne Probleme verständigen zu können. So war mir nie richtig klar, wohin ein Ausflug führen würde und ich war über Besucher, mit denen ich mich unterhalten musste, nicht sehr erfreut. In dieser Situation wurden die Katzen sehr wichtig für mich, sie stellen keine komplizierten Fragen und so muss man auch keine Antworten geben? Die sprachlichen Probleme begleiteten mich zwar die ganzen zwei Wochen über, doch ich merkte auch, dass ich z.B. in der Schule immer mehr verstand und auch schneller und freier antworten konnte.
Die erste Woche durfte ich mit meinem Austauschschüler die Schule besuchen und auch dies wurde für mich zu einer wichtigen Erfahrung.
Die Schulstunden sind dort anders aufgeteilt als bei uns und so hatten wir dort bei gleicher Stundenzahl oft wesentlich länger Unterricht. Dies ist bedingt durch eine lange Mittagspause und teilweise späteren Unterrichtsbeginn. Auch bei den Lehrern und dem Unterricht sind mir deutliche Unterschiede aufgefallen, so werden zum Beispiel oft nur einzelne Schüler durch Händeschütteln begrüßt, nie die ganze Klasse, und die Schüler konnten sich nur wenig am Unterricht beteiligen.
Die lange Zeit in der Schule half mir, einzelne Fremdwörter und Grammatikkapitel nachzuschlagen, und mich besser in die französische Sprache einzufühlen.
Das normale Alltagsleben lief soweit ganz gut und wurde besonders in der zweiten Woche auch durch schöne Ausflüge, z.B. zu einem ?Lac Souterrain? einem unterirdischen See, dem Olympischen Museum in Lausanne und einem Besuch in Montreux aufgeheitert.
Die Umgebung mit den vielen Bergen, dem Genfer See und auch den netten Menschen ist wirklich traumhaft und so besteht für mich kein Zweifel, dass es nicht mein letzter Besuch in der Französischen Schweiz gewesen sein wird.

Nach meinen unvergesslichen Erlebnissen kann ich nur jedem raten, an einem Austausch teilzunehmen, da er einem die Möglichkeit gibt einmal etwas völlig anderes kennen zu lernen, viele Erfahrungen zu sammeln und mit etwas Glück auch neue Freunde zu finden.
André Koch / 8b
Verantwortlich: e-a-d | Stand:
05.10.2007