Schon mal über den TellerRand geschaut???
– ein Projekt stellt sich vor –
Ich weiß noch gut aus meiner eigenen Schulzeit: am Gymnasium hat man heutzutage nur noch wenig Freizeit. Die Schule dauert jeden Tag mindestens bis halb zwei und dann liegt auch noch ein Berg Hausaufgaben vor einem…
Als Praktikantin in der Schulsozialarbeit wollte ich ein Kontrastprogramm zum Schulalltag bieten. Mein Ziel: Den Schülern zeigen, was es außerhalb der Schulmauern und den eigenen vier Wänden an Möglichkeiten gibt sich zu betätigen. Außerdem war es mir ein Anliegen, mal etwas exotischere Berufe vorzustellen und das alles natürlich hier in Oldenburg.
Und schon war das Projekt TellerRand geboren. Ich machte mich auf die Suche und war überrascht, dass sich vier Einrichtungen sofort bereit erklärten, ein wenig von sich zu erzählen. Praktisch und handfest sollte es sein, das stand von Anfang an fest.
TellerRand – Ein Erfahrungsbericht
Mein Projekt TellerRand sollte beginnen. Leider nicht so erfreulich, wie ich es mir vorgestellt hatte, denn sofort der erste Besuch in der Kinder – und Jugendbibliothek fand leider nicht statt. Es hatten sich nur wenige Schülerinnen und Schüler angemeldet, sodass dieses Ereignis bedauerlicherweise abgesagt werden musste.
Dafür war der Besuch beim Staatstheater ein voller Erfolg.
Die Theaterpädagogin nahm uns sehr herzlich in Empfang und schon ging es los, auf eine Reise in die unendlichen Weiten des Schauspiels. Sowohl im Zuschauerraum, als auch Backstage hielten wir uns auf. Es gab so viel zu sehen. Hinter der Bühne gab es viele Requisiten, die je nach Gebrauch aufgebaut werden können. Wir sahen uns auch die Malerei und die Tischlerei an, welche allerhand Bühnenmaterial selbst herstellt, denn wie uns Frau Wanders erzählte werden nur die wenigsten Dinge gekauft. Wir begutachteten auch mit sehr viel Interesse die Mitarbeiter, die für ein kommendes Theaterstück tote Katzen oder blutige Herzen so echt wie möglich nachzustellen versuchten. Eine große Heuschrecke aus Gips beobachtete uns dabei. Sehr faszinierend war auch die Arbeit der Maskenbildnerinnen, die gerade dabei waren Perücken zu knüpfen. Diese werden immer genau an den Kopf des Schauspielers angepasst, der sie nachher tragen soll. Zum Schluss durften wir noch durch den Kleiderfundus schreiten, wo wir unsagbar viele Kostüme bestaunen durften. Es war ein sehr spannender und aufschlussreicher Besuch.



Unsere zweite Fahrt ging mit einer Gruppe zum NDR. Da sich viele Schülerinnen und Schüler angemeldet hatten, musste die große Gruppe einmal geteilt werden. Beim NDR begrüßte uns Herr Reckweg und verblüffte uns direkt mit der Ankündigung, dass zwei Schüler gleich Nachrichten für das Radioprogramm sprechen dürften. Es fanden sich schnell ein Mädchen und ein Junge, welche die Nachrichten des Tages im Studio verkündeten. Sie wurden aufgenommen und so zurechtgeschnitten, dass keine Fehler mehr zu hören waren. Natürlich wurden diese Nachrichten nicht ausgestrahlt, aber es war sehr interessant zu sehen, wie der Ablauf bei den Nachrichten ist. Daraufhin wurde uns ein Wagen gezeigt, mit dem die Kameramänner und – Frauen rausfahren, um ihre Berichte zu drehen. Eine 15-Kilogramm schwere Kamera wird häufig den ganzen Tag auf der Schulter getragen. Wenn alles abgedreht ist, wird das Material von den Cuttern gesichtet und zusammengeschnitten. Das ist eine harte Arbeit. Denn für eine Minute Film benötigt man ca. zum Schneiden eine Stunde.



Unser dritter Ausflug ging zum NABU Oldenburg, in den Naturgarten, eine völlig natürlich gewachsene Streuobstwiese, auf der einiges zu sehen ist. Obwohl nur wenige Schülerinnen und Schüler kamen, hatten wir eine schöne Zeit im Naturgarten. Uns wurden Brutplätze für wilde Bienen gezeigt. Außerdem erzählte uns Frau Masanek, die Jugendbeauftragte für den NABU, dass auf dieser einen Wiese rund 3000 verschiedene Tierarten leben würden. Am Ende durften wir dann noch in dem kleinen See käschern und haben einige Tiere gefunden wie eine Wasserassel oder Libellenlarven. Schnecken waren ebenso zu finden. Auch Froschlaich war am Rand des Sees zu entdecken. Nach der Wasserentdeckung wurde uns dann noch erklärt, was es mit einem FÖJ (freiwilliges ökologisches Jahr) auf sich hat und was man dort macht.

Mein Projekt war ein voller Erfolg. Die Besuche die stattgefunden haben waren ein echtes Erlebnis. Ich habe einiges gelernt und nehme vieles für mich mit in meinem weiteren Leben.
Sarah Rensen
Imke Helfers
Verantwortlich: Helfers / e-a-d | Stand:
07.05.2008